Neuerscheinung 1. Oktober 2026

Der neue Roman von Joachim Lottmann

Über dieses Buch

   Wir schreiben das Jahr 1982. Es gibt kein Mobiltelefon, kein Internet und keine Elektroautos. Werner Höfer leitet den „Internationalen Frühschoppen“. In der Nacht zum 2. April landen argentinische Truppen auf den Falklandinseln. Zeitgleich tobt in Hamburg eine Trennungsschlacht zwischen Kim und dem Erzähler Lojo.

   So beginnt der wiederentdeckte Roman „Port Stanley ist gefallen“ von Joachim Lottmann, Erfinder der Popliteratur. Sein Debüt „Mai, Juni, Juli“ erschien 1987, doch schon Jahre zuvor hatte er seinen unverkennbaren Sound irgendwo zwischen bissiger Gesellschaftskritik, luzidem Popdiskurs und lapidarer Innenschau entwickelt, wie auch dieses Buch wieder beweist.

Am 14. Juni 1982 endete der Falklandkrieg mit der Kapitulation der argentinischen Truppen – Port Stanley, die Hauptstadt, war gefallen. Der in dieser Zeit entstandene Roman „Port Stanley ist gefallen“ beschreibt eine „Trennungsschlacht“ zweier Menschen, die einander in unerreichbarer Nähe halten. Joachim Lottmann scheucht für die Rückeroberung Kims sein tollpatschiges Alter Ego durch Hamburg, in angesagte Clubs, Zeitungsredaktionen und Friseursalons. Die Schauplatzwechsel geschehen im verlässlichen „Wehrmachtskäfer“.

   Der Roman von Joachim Lottmann - fünf Jahre vor seinem fulminanten Debut 'Mai, Juni, Juli' geschrieben und bislang unveröffentlicht - beschreibt eine neue Generation, die sich radikal von der dominierenden 70er-Jahre Protestgeneration abhebt: Gegen 'alternative Lebensentwürfe', gegen Sex, Drugs and Rock'n'Roll. Für Tradition, zeitloses Dandytum, forcierte literarische Bildung, Eleganz, stilvolles Outfit und neue, intelligente Popmusik – vor allem deutsche.

240 Seiten, 21,99 €

ISBN 978-3-946130-63-5 (Hardcover)

ISBN 978-3-946130-64-2 (E-Book in Vorbereitung)

Joachim Lottmann wurde Ende der 50er Jahre in Hamburg geboren. Kurz danach zog die Familie in den Bayerischen Wald, den der Autor oft als ‚Bayrisch Kongo‘ verspottete. Diese Gegend sollte seine Kindheit verdunkeln. Umso heller erschien dem jungen Mann das Leben, als man nach Hamburg zurückkehrte. Dieser Optimismus hat ihn nie mehr verlassen und strahlt durch alle seine Bücher. 1987 brachte der Roman ‚Mai, Juni, Juli‘ den Durchbruch. Die literarische Szene diskutierte diese neue, affirmative Art der ‚Lebensliteratur‘. Erst Jahre später setzte sich der Begriff ‚Popliteratur‘ durch, als Christian Kracht, Rainald Goetz und Benjamin von Stuckrad-Barre Lottmanns Schreibweise und Stil übernahmen. Nach einer zehnjährigen Durststrecke mit schweren beruflichen und privaten Niederlagen konnte er mit ‚Die Jugend von heute‘ (2004) und ‚Endlich Kokain‘ (2014; englische E-Book-Fassung 2026) in diesem Jahrhundert an seine früheren Erfolge anknüpfen. Er schreibt regelmäßig für renommierte Zeitungen und Zeitschriften. Lottmann ist mit einer Wienerin verheiratet und lebt in Wien und Berlin. Im VTA-Verlag Berlin erschien 2025 ‚Die Euphorie des Schriftstellers beim Weltuntergang‘.

Der Autor im März 1982. Die Zigarette ist nur Pose.




Lottmann über sein Werk

"Ein Text sollte niemals eine Moral haben. Sollte niemals eine Story haben. Niemals eine Botschaft haben. Niemals eine erkennbar literarische Sprache haben. Auch keine plumpe Sprache, sondern eine klare, saubere, sodaß sie auch Kinder verstehen könnten. Sie sollte rhythmisch anspruchsvoll, also musikalisch abwechslungsreich sein, man sollte sie im Prinzip auch singen können. Man sollte keinen Satz zweimal lesen müssen, er sollte auf Anhieb verstanden werden. Manipulation ist unerläßlich, um Spannung herzustellen, aber sollte niemals bemerkt werden. Der Trick dabei: reale Details sollten überzeugend präzise beschrieben werden, sodaß die beigemengte Erfindung nicht mehr wahrgenommen wird."


(Geschrieben September 2026.

Alle Bilder: J. Lottmann